Protokolle des Bayerischen Staatsrates 1799 bis 1817 //

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GND-Abgleich: Dank an Ursula Huber.

Dank für kritische Anmerkungen bei der Erstellung der Seiten: Thomas Berger, Alexandra Gobrecht, Dr. Esteban Mauerer, Anne Munding, Dr. Maria Schimke, Tobias Schröter-Karin, Tobias Steiner.

Inhaltsverzeichnis

Seiten

Personenverzeichnis

Orts- und Sachverzeichnis

Quellen- und Literaturverzeichnis

« [7] Vorwort der Herausgeber»

Im Jahr 2000 beschlossen die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns, die Protokolle des Staatsrats, der Geheimen Staatskonferenz und des Geheimen Rates Bayerns in der Montgelas-Zeit (1799–1817) gemeinsam zu edieren. Dieses Projekt wurde zunächst ermöglicht durch die Übernahme des Hauptteils der Kosten seitens der Bayerischen Landesstiftung für rund fünfeinhalb Jahre ab 2001, wofür wir dieser Institution äußerst dankbar sind.

Die genannten Protokolle stellen, wie der hier vorgelegte erste Band für 1799 bis 1801 zeigt, eine Quelle ersten Ranges dar für unsere Kenntnis der Entstehung des durch die Reformen nach und nach grundlegend veränderten neuen bayerischen Staates, für die Wandlungen in der Gesellschaftsstruktur, den Weg vom alten Ständestaat zur konstitutionellen Monarchie. Die Protokolle machen auch deutlich, wie die von der Französischen Revolution angestoßenen und zum Teil von Napoleon weitergetragenen zeitgemäßen Neuerungen im drittgrößten deutschen Staat in eigenständiger Form verwertet wurden. In dieser Quelle treten mit besonderer Klarheit Einfluß und Wirksamkeit des überragenden Ministers Montgelas sowie die Art seines Zusammenspiels mit seinem Kurfürsten bzw. König Max Joseph hervor.

Diejenigen Protokollteile, die sich ausführlicher mit wichtigen staats- und gesellschaftspolitischen Fragen befassen, wurden im Wortlaut wiedergegeben, Kopfregesten gehen ihnen voran. Die vielen Tagesordnungspunkte dagegen, die sich, besonders in den ersten Jahrgängen, auf Einzelpersonen oder weniger wichtige Vorgänge beziehen, sind jeweils nur durch Kurzregesten oder einige Stichworte gekennzeichnet und natürlich ebenfalls durch die Register erschlossen.

Die Protokolle dieses ersten Bandes machen deutlich sichtbar die zwar bereits durch feste Grundsätze geleiteten, in der praktischen Umsetzung aber noch experimentierenden Stadien der Neugestaltung des Staates und der Verwaltung, die Evaluierung der Beamten aus der Zeit Karl Theodors, die Entlassung korrupter und wenig qualifizierter Diener des alten Regimes, die Festsetzung neuer Laufbahn- und Leistungsanforderungen, die Vorbereitung der gesellschaftlichen Reformen, soweit sie damals verfassungsrechtlich bereits möglich waren, die Gleichbehandlung der Konfessionen, Vorschläge zur Bewältigung der tiefen Finanzkrise des Staates, den Kampf um die Einberufung eines Landtages, Vorbereitungen zu einer Neugestaltung und Humanisierung des Strafrechts und zur Verbesserung der Rechtssicherheit der Bürger. Bereits jetzt werden die grundsätzliche Ablehnung der Bevorzugung Adeliger, die Aufhebung der Pressezensur, eine liberalere Wirtschaftspolitik erkennbar, es werden wichtige Beschlüsse gefaßt beispielsweise zu Universitäten und Schulen, zu Hoftheater und Hofmusik, zur Förderung des Salzbergbaus, um nur einige wichtige Themenfelder zu nennen. Daneben stehen zeitbedingte Sonderfälle wie die Zulassung französischer Emigranten, die Ablösung des Illuminaten-Eides, Vorüberlegungen [8] zur Säkularisation von Klöstern, Verhandlungen mit den eigenen Ständen und Auseinandersetzungen mit der österreichischen und der französischen Heeresführung wegen deren riesiger finanzieller Anforderungen und Requisitionen. Lange vor der preußischen Reformzeit wurden hier bereits wesentliche Maßnahmen getroffen, denen auch die meisten anderen deutschen Staaten sich später nicht entziehen konnten.

Der hier vorgelegte Band wurde von dem damaligen Privatdozenten Dr. Reinhard Stauber bearbeitet. Herr Stauber führte außerdem eine Bestandsaufnahme aller Protokolle, auch für die späteren Bände, durch. Seit Herrn Staubers Berufung auf einen Lehrstuhl der österreichischen Universität Klagenfurt 2003 ist sein Nachfolger bei der Edition Dr. Esteban Mauerer, München. Professor Stauber stellte seinen Band noch in Klagenfurt im wesentlichen fertig. Eine Reihe von Arbeiten, die ihm von dort aus nicht mehr möglich waren, z.B. gewisse, noch notwendige Nachforschungen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, vollendete Dr. Mauerer, ebenso hat er die Drucklegung des Bandes betreut und die Register erstellt. Herr Mauerer hat außerdem den von ihm selbst zu bearbeitenden Band II (1802–1807) bereits fast abgeschlossen. Danach ist noch mit etwa drei bis vier Bänden dieses Editionsvorhabens zu rechnen, sofern die Historische Kommission weiterhin die Mittel hierzu einwerben kann.

Wir danken den beiden Bearbeitern, wir danken auch den beiden wissenschaftlichen Hilfskräften, Herrn Christian Sepp M.A. und Frau Linda Brüggemann M.A., für wertvolle Mitarbeit. Für den Druck und die graphische Gestaltung danken wir der Firma Gorbach GmbH, Büro für Gestaltung und Realisierung in Utting und übergeben hiermit den ersten Band der wissenschaftlichen Öffentlichkeit.

Für die Historische Kommission

der Abteilungsleiter

Professor Dr. Eberhard Weis

Der Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns

Professor Dr. Hermann Rumschöttel

Faksimiles der Druckfassung der Edition.

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Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

« [7] Vorwort der Herausgeber»

Im Jahr 2000 beschlossen die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns, die Protokolle des Staatsrats, der Geheimen Staatskonferenz und des Geheimen Rates Bayerns in der Montgelas-Zeit (1799–1817) gemeinsam zu edieren. Dieses Projekt wurde zunächst ermöglicht durch die Übernahme des Hauptteils der Kosten seitens der Bayerischen Landesstiftung für rund fünfeinhalb Jahre ab 2001, wofür wir dieser Institution äußerst dankbar sind.

Die genannten Protokolle stellen, wie der hier vorgelegte erste Band für 1799 bis 1801 zeigt, eine Quelle ersten Ranges dar für unsere Kenntnis der Entstehung des durch die Reformen nach und nach grundlegend veränderten neuen bayerischen Staates, für die Wandlungen in der Gesellschaftsstruktur, den Weg vom alten Ständestaat zur konstitutionellen Monarchie. Die Protokolle machen auch deutlich, wie die von der Französischen Revolution angestoßenen und zum Teil von Napoleon weitergetragenen zeitgemäßen Neuerungen im drittgrößten deutschen Staat in eigenständiger Form verwertet wurden. In dieser Quelle treten mit besonderer Klarheit Einfluß und Wirksamkeit des überragenden Ministers Montgelas sowie die Art seines Zusammenspiels mit seinem Kurfürsten bzw. König Max Joseph hervor.

Diejenigen Protokollteile, die sich ausführlicher mit wichtigen staats- und gesellschaftspolitischen Fragen befassen, wurden im Wortlaut wiedergegeben, Kopfregesten gehen ihnen voran. Die vielen Tagesordnungspunkte dagegen, die sich, besonders in den ersten Jahrgängen, auf Einzelpersonen oder weniger wichtige Vorgänge beziehen, sind jeweils nur durch Kurzregesten oder einige Stichworte gekennzeichnet und natürlich ebenfalls durch die Register erschlossen.

Die Protokolle dieses ersten Bandes machen deutlich sichtbar die zwar bereits durch feste Grundsätze geleiteten, in der praktischen Umsetzung aber noch experimentierenden Stadien der Neugestaltung des Staates und der Verwaltung, die Evaluierung der Beamten aus der Zeit Karl Theodors, die Entlassung korrupter und wenig qualifizierter Diener des alten Regimes, die Festsetzung neuer Laufbahn- und Leistungsanforderungen, die Vorbereitung der gesellschaftlichen Reformen, soweit sie damals verfassungsrechtlich bereits möglich waren, die Gleichbehandlung der Konfessionen, Vorschläge zur Bewältigung der tiefen Finanzkrise des Staates, den Kampf um die Einberufung eines Landtages, Vorbereitungen zu einer Neugestaltung und Humanisierung des Strafrechts und zur Verbesserung der Rechtssicherheit der Bürger. Bereits jetzt werden die grundsätzliche Ablehnung der Bevorzugung Adeliger, die Aufhebung der Pressezensur, eine liberalere Wirtschaftspolitik erkennbar, es werden wichtige Beschlüsse gefaßt beispielsweise zu Universitäten und Schulen, zu Hoftheater und Hofmusik, zur Förderung des Salzbergbaus, um nur einige wichtige Themenfelder zu nennen. Daneben stehen zeitbedingte Sonderfälle wie die Zulassung französischer Emigranten, die Ablösung des Illuminaten-Eides, Vorüberlegungen [8] zur Säkularisation von Klöstern, Verhandlungen mit den eigenen Ständen und Auseinandersetzungen mit der österreichischen und der französischen Heeresführung wegen deren riesiger finanzieller Anforderungen und Requisitionen. Lange vor der preußischen Reformzeit wurden hier bereits wesentliche Maßnahmen getroffen, denen auch die meisten anderen deutschen Staaten sich später nicht entziehen konnten.

Der hier vorgelegte Band wurde von dem damaligen Privatdozenten Dr. Reinhard Stauber bearbeitet. Herr Stauber führte außerdem eine Bestandsaufnahme aller Protokolle, auch für die späteren Bände, durch. Seit Herrn Staubers Berufung auf einen Lehrstuhl der österreichischen Universität Klagenfurt 2003 ist sein Nachfolger bei der Edition Dr. Esteban Mauerer, München. Professor Stauber stellte seinen Band noch in Klagenfurt im wesentlichen fertig. Eine Reihe von Arbeiten, die ihm von dort aus nicht mehr möglich waren, z.B. gewisse, noch notwendige Nachforschungen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, vollendete Dr. Mauerer, ebenso hat er die Drucklegung des Bandes betreut und die Register erstellt. Herr Mauerer hat außerdem den von ihm selbst zu bearbeitenden Band II (1802–1807) bereits fast abgeschlossen. Danach ist noch mit etwa drei bis vier Bänden dieses Editionsvorhabens zu rechnen, sofern die Historische Kommission weiterhin die Mittel hierzu einwerben kann.

Wir danken den beiden Bearbeitern, wir danken auch den beiden wissenschaftlichen Hilfskräften, Herrn Christian Sepp M.A. und Frau Linda Brüggemann M.A., für wertvolle Mitarbeit. Für den Druck und die graphische Gestaltung danken wir der Firma Gorbach GmbH, Büro für Gestaltung und Realisierung in Utting und übergeben hiermit den ersten Band der wissenschaftlichen Öffentlichkeit.

Für die Historische Kommission

der Abteilungsleiter

Professor Dr. Eberhard Weis

Der Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns

Professor Dr. Hermann Rumschöttel