Protokolle des Bayerischen Staatsrates 1799 bis 1817 // Band 2: 1802-1807 // Vorwort der Herausgeber

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GND-Abgleich: Dank an Ursula Huber.

Dank für kritische Anmerkungen bei der Erstellung der Seiten: Thomas Berger, Alexandra Gobrecht, Dr. Esteban Mauerer, Anne Munding, Dr. Maria Schimke, Tobias Schröter-Karin, Tobias Steiner.

Inhaltsverzeichnis

Seiten

Personenverzeichnis

Orts- und Sachverzeichnis

Quellen- und Literaturverzeichnis

«Vorwort der Herausgeber»

Hiermit legen wir Band II der Edition »Die Protokolle des Bayerischen Staatsrats 1799 bis 1817« vor. Der Band wurde bearbeitet von Dr. Esteban Mauerer, der auch schon die Schlußbearbeitung von Band I (2006) durchgeführt hatte, nachdem Professor Reinhard Stauber an die Universität Klagenfurt berufen worden war.

Der vorliegende Band umfaßt die Protokolle der Jahre 1802 bis 1807. Wie Herr Mauerer in seiner nachfolgenden Einleitung darstellt, gab es in diesen Jahren organisatorische Veränderungen im Bereich der Gremien und auch Lücken in der Abfolge der Sitzungen, die aber den hohen Quellenwert der vorhandenen Protokolle nicht beeinträchtigen.

In der Einleitung wird auch der Inhalt der Protokolle summarisch umrissen. Man kann in ihnen die geradezu fieberhafte Aktivität der Regierung Montgelas und ihrer leitenden Beamten (Referendäre) erkennen. Es geht um den Aufbau des neuen, aus unterschiedlichsten Bestandteilen zusammengesetzten Staates, die Ausweitung der Staatstätigkeit auf vieles, was früher von intermediären Gewalten, historischen Rechten und Privilegien sowie dem Belieben des Landesherrn abhing. Man sieht die Durchsetzung neuer Rechtsgrundsätze ohne Ansehen des Standes und Ranges. Die Beamten werden evaluiert, Pflichtvergessene, Unfähige und Günstlinge Karl Theodors werden entlassen, eingestellt werden sollen erprobt Tüchtige, aber die Nähe zu den ehemaligen Zweibrückenern, Max Joseph und Montgelas, spielt doch ebenfalls eine Rolle. Der Staatsdienst wird auf eine neue Grundlage gestellt hinsichtlich Vorbildung, Qualifikation und Leistung, aber auch durch eine gesicherte Besoldung.

Die Organisation der neuen Verwaltung, der Finanzen und des Gerichtswesens, der Wille zur Humanisierung des Strafrechts und Strafvollzugs, die Kirchenpolitik vor, während und nach der Säkularisation, die Einführung von Toleranz und Parität hinsichtlich der Konfessionen, die Wirtschafts-, Handels- und Pressepolitik werden hier an grundsätzlichen Vorlagen und Debatten wie auch an sehr vielen Einzelfallentscheidungen beleuchtet. Territorial betreffen diese Protokolle auch die rechtsrheinische Pfalz um Mannheim und Heidelberg bis zur Abtretung an Baden Ende 1802, ferner das erst 1806 an Frankreich abgetretene Herzogtum Berg mit seiner Hauptstadt Düsseldorf.

Nach den Jahren 1804 bis 1806, in denen es entweder gar keine oder nur einige protokollierte Sitzungen gegeben hat, enthält das vorletzte der in diesem Band edierten Protokolle, nämlich das vom 8. Juni 1807, noch eine der weittragenden Entscheidungen der Regierung Max Josephs und Montgelas’. Nach Analyse der durch die Kriege katastrophalen Finanzlage wurde beschlossen, die Steuerprivilegien des Adels abzuschaffen – was erst jetzt nach dem Ende des alten Reiches möglich war – und an Stelle der nun aufgehobenen landständischen Verfassung Bayern eine neue Konstitution zu geben, die für alle Provinzen, alte und neue, gleichermaßen gelten sollte, sodaß das neue Bayern nach Montgelas’ Worten »in einen Gesamtstaat umgeschmolzen« werde.

Seit 1808, dem Beginn der nach der Konstitution erlassenen »organischen Edikte«, in denen die großen Reformen der Regierung kodifiziert wurden, werden die Protokolle wieder zahlreich und meist sehr umfangreich (Staatskonferenz noch 27, Geheimer Rat, ab 1809, 232 Protokolle).

Der Bearbeiter des vorliegenden Bandes, Esteban Mauerer, wie auch Reinhard Stauber in Band I, begnügt sich nicht mit einer einfachen Wiedergabe der (im Original natürlich handschriftlichen) Protokolle, sondern er gibt in den Anmerkungen alle wesentlichen Erläuterungen, wobei er Zusammenhänge und Angaben, die in den Protokollen unklar bleiben, durch ausgedehnte Heranziehung der einschlägigen Akten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs sowie der älteren und neuen Literatur aufklärt. Insofern handelt es sich auch um akribische und effektive Forschungsarbeit.

Wir können nur wünschen, daß diese Edition, die bis 2006 durch die Bayerische Landesstiftung und 2007/2008 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert wurde bzw. wird, wofür wir beiden Institutionen aufrichtig danken, auch danach fortgesetzt und zu Ende geführt werden kann.

Wir danken dem Bearbeiter und wir danken auch den wissenschaftlichen Hilfskräften Herrn Christian Sepp M. A., Frau Linda Brüggemann M. A. und Frau Theresa Dybek, die zu unterschiedlichen Zeiten an dem Projekt mitgearbeitet haben. Der Gorbach Verlags- und Produktions-GmbH, Utting, danken wir wieder für die ansprechende Gestaltung.

Für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften der Abteilungsleiter Professor Dr. Eberhard Weis

Der Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns Professor Dr. Hermann Rumschöttel

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Verweise auf Dokumente der Edition sowie weitere Ressourcen im Web.

Registereinträge die auf die Seiten dieses Dokuments verweisen.

Orte und Sachen.

Literatur.

Erneute Fassung des Dokuments zum parallelen Lesen.

«Vorwort der Herausgeber»

Hiermit legen wir Band II der Edition »Die Protokolle des Bayerischen Staatsrats 1799 bis 1817« vor. Der Band wurde bearbeitet von Dr. Esteban Mauerer, der auch schon die Schlußbearbeitung von Band I (2006) durchgeführt hatte, nachdem Professor Reinhard Stauber an die Universität Klagenfurt berufen worden war.

Der vorliegende Band umfaßt die Protokolle der Jahre 1802 bis 1807. Wie Herr Mauerer in seiner nachfolgenden Einleitung darstellt, gab es in diesen Jahren organisatorische Veränderungen im Bereich der Gremien und auch Lücken in der Abfolge der Sitzungen, die aber den hohen Quellenwert der vorhandenen Protokolle nicht beeinträchtigen.

In der Einleitung wird auch der Inhalt der Protokolle summarisch umrissen. Man kann in ihnen die geradezu fieberhafte Aktivität der Regierung Montgelas und ihrer leitenden Beamten (Referendäre) erkennen. Es geht um den Aufbau des neuen, aus unterschiedlichsten Bestandteilen zusammengesetzten Staates, die Ausweitung der Staatstätigkeit auf vieles, was früher von intermediären Gewalten, historischen Rechten und Privilegien sowie dem Belieben des Landesherrn abhing. Man sieht die Durchsetzung neuer Rechtsgrundsätze ohne Ansehen des Standes und Ranges. Die Beamten werden evaluiert, Pflichtvergessene, Unfähige und Günstlinge Karl Theodors werden entlassen, eingestellt werden sollen erprobt Tüchtige, aber die Nähe zu den ehemaligen Zweibrückenern, Max Joseph und Montgelas, spielt doch ebenfalls eine Rolle. Der Staatsdienst wird auf eine neue Grundlage gestellt hinsichtlich Vorbildung, Qualifikation und Leistung, aber auch durch eine gesicherte Besoldung.

Die Organisation der neuen Verwaltung, der Finanzen und des Gerichtswesens, der Wille zur Humanisierung des Strafrechts und Strafvollzugs, die Kirchenpolitik vor, während und nach der Säkularisation, die Einführung von Toleranz und Parität hinsichtlich der Konfessionen, die Wirtschafts-, Handels- und Pressepolitik werden hier an grundsätzlichen Vorlagen und Debatten wie auch an sehr vielen Einzelfallentscheidungen beleuchtet. Territorial betreffen diese Protokolle auch die rechtsrheinische Pfalz um Mannheim und Heidelberg bis zur Abtretung an Baden Ende 1802, ferner das erst 1806 an Frankreich abgetretene Herzogtum Berg mit seiner Hauptstadt Düsseldorf.

Nach den Jahren 1804 bis 1806, in denen es entweder gar keine oder nur einige protokollierte Sitzungen gegeben hat, enthält das vorletzte der in diesem Band edierten Protokolle, nämlich das vom 8. Juni 1807, noch eine der weittragenden Entscheidungen der Regierung Max Josephs und Montgelas’. Nach Analyse der durch die Kriege katastrophalen Finanzlage wurde beschlossen, die Steuerprivilegien des Adels abzuschaffen – was erst jetzt nach dem Ende des alten Reiches möglich war – und an Stelle der nun aufgehobenen landständischen Verfassung Bayern eine neue Konstitution zu geben, die für alle Provinzen, alte und neue, gleichermaßen gelten sollte, sodaß das neue Bayern nach Montgelas’ Worten »in einen Gesamtstaat umgeschmolzen« werde.

Seit 1808, dem Beginn der nach der Konstitution erlassenen »organischen Edikte«, in denen die großen Reformen der Regierung kodifiziert wurden, werden die Protokolle wieder zahlreich und meist sehr umfangreich (Staatskonferenz noch 27, Geheimer Rat, ab 1809, 232 Protokolle).

Der Bearbeiter des vorliegenden Bandes, Esteban Mauerer, wie auch Reinhard Stauber in Band I, begnügt sich nicht mit einer einfachen Wiedergabe der (im Original natürlich handschriftlichen) Protokolle, sondern er gibt in den Anmerkungen alle wesentlichen Erläuterungen, wobei er Zusammenhänge und Angaben, die in den Protokollen unklar bleiben, durch ausgedehnte Heranziehung der einschlägigen Akten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs sowie der älteren und neuen Literatur aufklärt. Insofern handelt es sich auch um akribische und effektive Forschungsarbeit.

Wir können nur wünschen, daß diese Edition, die bis 2006 durch die Bayerische Landesstiftung und 2007/2008 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziert wurde bzw. wird, wofür wir beiden Institutionen aufrichtig danken, auch danach fortgesetzt und zu Ende geführt werden kann.

Wir danken dem Bearbeiter und wir danken auch den wissenschaftlichen Hilfskräften Herrn Christian Sepp M. A., Frau Linda Brüggemann M. A. und Frau Theresa Dybek, die zu unterschiedlichen Zeiten an dem Projekt mitgearbeitet haben. Der Gorbach Verlags- und Produktions-GmbH, Utting, danken wir wieder für die ansprechende Gestaltung.

Für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften der Abteilungsleiter Professor Dr. Eberhard Weis

Der Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns Professor Dr. Hermann Rumschöttel