Anmerkungen
724
Der homme de lettres Cosimo Alessandro (auch: Cosmas Alexander) Collini (1727 – 1806), zeitweilig Sekretär Voltaires, wirkte seit 1759 an der Akademie der Wissenschaften zu Mannheim als wissenschaftlich-literarischer Aufklärer und Universalgelehrter. Der Hof- und Staatskalender 1802 verzeichnet ihn als »Naturalienkabinets-Director« und Historiographen (S. 22, S. 248). Vgl. Kreutz, Collini; Budde, Interessen, S. 361.
725
Johann Melchior Güthe (1753 – 1812), kurfürstlicher Medizinalrat, Meteorologe und Physiker, Direktor des Physikalischen Kabinetts der Akademie der Wissenschaften zu Mannheim (HStK 1802, S. 248; Fuchs, Palatinus illustratus, S. 517 Anm. 676, S. 577).
726
Franz Walter, Steinschleifer am Naturalienkabinett (HStK 1802, S. 248).
727
Der Arzt Friedrich Casimir Medicus (1736 – 1808) widmete sich seit 1764 als Mitglied der kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften vornehmlich der Botanik und wurde 1767 Direktor des Botanischen Gartens in Mannheim. Seit 1774 leitete er als Mitbegründer die Kameral-Hochschule in Kaiserslautern (NDB Bd. 16, S. 598 f.; Budde, Interessen, S. 362, S. 368 f.; AK Carl Theodor Bd. 2, S. 484 f.; HStK 1802, S. 245, S. 248).
728
Karl Theodor Edler von Traitteur (1756 – 1830), seit 1786 als Historiograph und Bevölkerungsstatistiker Mitarbeiter der kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften zu Mannheim, seit 1788 Hofbibliothekar, ferner Hofgerichtsrat (vgl. HStK 1802, S. 246 u. S. 248; Fuchs, Palatinus illustratus, S. 576; Schibel, Hofbibliothek, S. 331).
729
Der Hofbildhauer Peter Simon Lamine (1738 – 1817) wirkte in Mannheim als Direktor des »Antiquen-Statuen-Saal[es]« und der »Zeichnungs-Akademie«. 1805 wurde er als Direktor des Antikensaals nach München berufen (vgl. HStK 1802, S. 248, S. 251; AK Carl Theodor Bd. 2, S. 308, S. 317; Thieme/Becker, Lexikon Bd. 22, S. 264 s. v. ›Lamine‹).
731
Mannlich (1741 – 1822), seit 1799 Direktor »sämtlicher Galerien- Kabinete- Zeichungs- und der Kupferstiche-Sammlungen« sowie Hofkammerrat (HStK 1802, S. 21; zur Ernennung: Protokolle Bd. 1, Nr. 18, S. 108 [Staatskonferenz vom 25. Juni 1799], TOP 4; vgl. NDB Bd. 16, S. 74 f.)
732
Der Dichter, Maler, Kunstkritiker und -agent Friedrich Müller (1749 – 1825), genannt Maler Müller, lebte seit 1778, anfangs u.a. von Kurfürst Karl Theodor finanziell unterstützt, in Rom. Ab 1804 erhielt er wiederum eine Pension vom Münchener Hof, 1806 wurde er königlich bayerischer Hofmaler. NDB Bd. 18, S. 373 – 375.
733
Katharina König gen. Treu (1743 – 1811) war seit 1769 Hofmalerin in Mannheim. Seit 1776 wirkte sie (als womöglich erste Professorin an einer deutschen Akademie) an der Kunstakademie Düsseldorf. Vgl. Thölken, Hofmaler, S. 249 – 252; AK Carl Theodor, Bd. 2, S. 310 f.
734
Zur Person des Kupferstechers (vgl. HStK 1802, S. 249) Egid Verhelst (1733 – 1818) s.Thieme/Becker, Lexikon Bd. 34, S. 250 s. v. ›Verhelst‹; Grotkamp-Schepers, Zeichnungsakademie, S. 162 f.
735
Den in vorliegendem TOP 4 genehmigten »Grundsäzen« lag ein Antrag des Referendärs Arco (MA) vom 12. Juli zugrunde, der wiederum auf Gutachten des schwäbischen Kommissariatsrats Gottlob Dietrich Miller vom 8. Juni bzw. 10. Juni 1803 fußte. Arco ging davon aus, daß nach der Formulierung des § 27 RDH die »Kurfürsten und Fürsten, welchen Reichsstädte als Entschädigung zufallen«, verpflichtet waren, »diese Städte in Bezug auf ihre Munizipalverfassung und Eigenthum auf den Fuß der in jedem der verschiedenen Lande am meisten privilegirten Städte [zu] behandeln, so weit es die Landesorganisation und die zum allgemeinen Besten nöthigen Verfügungen gestatten«. Gleichzeitig sah er die weitreichende Eingriffsbefugnis der Fürsten: »[…] allein dieses Reichs Gesez läßt zugleich einem jeden Fürsten die Freyheit, die künftige Verfassung nach reinen staatswirthschaftlichen Grundsäzen anzupassen«. Vorliegender TOP 4 führte zum Reskript an das Schwäbische Generalkommissariat vom 10. August 1803, das die Grundsätze der Mediatisierungspolitik festlegte. RDH vom 25. Februar 1803, § 27: Protokoll der ausserordentlichen Reichsdeputation zu Regensburg, Bd. 2, S. 841 – 934, hier S. 890 = Huber (Hg.), Dokumente Bd. 1, Nr. 1, S. 1 – 26, hier S. 12. Archivalien: BayHStA MInn 54213, nicht fol. Zitat Arco: Antrag vom 12. Juli, [fol. 1v]. Zum Ganzen Schroeder, Das Alte Reich, S. 181 – 195, zu Vorgeschichte und Kontext S. 168 – 177 sowie Weiß, Integration, S. 44 – 57.